Unsere Präparate

Vinflunin: Mikrotubuli-Inhibitor (MTI) gegen fortgeschrittenes/ metastasierendes Urothelkarzinom
Nach Erteilung der Marktzulassung durch die EMEA am 21. September 2009 ist dieses Präparat in Europa die erste zugelassene Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasierendem Übergangszellkarzinom des Urothels nach Versagen einer Cisplatin-haltigen Therapie.

Entdeckt von Wissenschaftlern des Pierre Fabre Forschungszentrums, stellt Vinflunin einen neuartigen, bifluorinierten MTI dar, der durch chemische Modifikation eines Vincagerüsts in superazidem Medium hergestellt wird. Diese innovative chemische Technologie, die in Kooperation mit Experten der Universität von Poitiers (Frankreich) perfektioniert wurde, machte die selektive Einführung zweier Fluoratome in einen Teil dieser chemischen Struktur möglich, welcher der klassischen Chemie bisher nicht zugänglich war.

Neben seiner originären Struktur weist Vinflunin eine klinisch relevante Aktivität auf, zeigt dabei jedoch keine unvorhersehbaren oder kumulativen Toxizitäten. Das Administrationsschema, mit einer Verabreichung alle drei Wochen (20-minütige Infusion ohne intravenöse Prämedikation), ermöglicht eine ambulante Behandlung in Klinik und Praxis.

Das Vinflunin 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung wurde als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasierendem Übergangszellkarzinom des Urothels nach Versagen einer Cisplatin-haltigen Therapie zugelassen.

Vinorelbin: Vincaalkaloid gegen fortgeschrittenen Brust- und Lungenkrebs
Vinorelbin demonstriert eindrucksvoll die Entwicklungsstrategie der Laboratoires Pierre Fabre. Die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Forschungsinstitut CNRS, Centre National de la Recherche Scientifique, hat eine schnelle und internationale Expansion möglich gemacht. Auf Grund zahlreicher internationaler Kooperationen ist Vinorelbin heute in über 80 Ländern der Erde registriert; eine beispiellose Entwicklung dieses Medikaments französischen Ursprungs. Bereits 1958 erkannten amerikanische und kanadische Forscher, welche Rolle die Vincaalkaloide des Madakaskar-Immergrüns bei der Krebstherapie spielen können. Zwei Produkte konnten daraus isoliert werden, Vincristin und Vinblastin. Ihre antineoplastische Wirkung wurde zwar erkannt, ihre neurologische Toxizität beschränkt allerdings ihre Einsatzmöglichkeiten.

Ende der 70er Jahre konnte der Wirkmechanismus der Vincaalkaloide aufgeklärt werden. Dabei spielt das Catharanthin-Gerüst eine entscheidende Rolle bei der Inhibition der Polymerisation der bei der Zellteilung wirkenden Tubuline. Professor Potier (CNRS) veränderte das Molekül solange, bis eine aktivere und besser verträgliche Generation der Vinca-Alkaloide entstand. Das erste Produkt dieser Forschung ist Vinorelbin. 1982 wurde ein Vertrag zwischen CNRS und Laboratoires Pierre Fabre geschlossen, der eine schnelle Entwicklung dieser antineoplastischen Substanz beim Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) und metastasierten Mammakarzinom ermöglichte. 1989 und 1991 erhielt Vinorelbin die Zulassung für diese beiden Indikationen in Frankreich. Danach wurde es in den meisten europäischen Ländern zugelassen. Durch seine Einführung in den USA 1994 hat Vinorelbin eine wirklich internationale Dimension erreicht. Die Einführung und Entwicklung wurde in Europa direkt über die lokalen Niederlassungen von Pierre Fabre realisiert, in den anderen Ländern durch Lizenznehmer.

In der heutigen Zeit rücken immer mehr ambulante Therapien bzw. Krebstherapien, die die Patienten zu Hause durchführen können, in den Mittelpunkt. Hierfür sind Therapien notwendig, die eine geringe Begleitmedikation benötigen und/oder relativ unkompliziert verabreicht werden können wie z.B. oral applizierbare Arzneimittel. Eine ambulante Therapie garantiert eine gute Lebensqualität bei der Behandlung einer Krebserkrankung.

Vinorelbin konnte zu einer oralen Darreichungsform weiterentwickelt werden.

Busulfan i.V.
Im Sommer 2003 erhielt Busulfan i.v. die europäische Zulassung. Das Präparat fällt unter die europäische Orphan Drug Verordnung.

Busulfan i.v. wird vor einer Knochenmark- oder Stammzelltransplantation zur Konditionierung eingesetzt. Bis zur Einführung von Busulfan i.v., das intravenös verabreicht wird, waren rein orale Applikationsformen auf dem Markt erhältlich. Das bedeutete für die Patienten, dass sie eine sehr große Anzahl an Tabletten in relativ kurzer Zeit einnehmen mussten. Dies stellte oftmals nicht nur für Erwachsene eine große psychische und physische Belastung dar.