Diagnose Krebs

Die Körperzelle als Grundlage

Unter Krebs versteht man das unkontrollierte Wachstum entarteter Körperzellen, die dabei in gesundes Gewebe einwachsen und dieses zerstören. Eine Zelle ist die kleinste lebensfähige Einheit aus der der menschliche Körper aufgebaut ist. Forscher schätzen, dass der menschliche Körper aus über 70 Milliarden Zellen besteht. Diese Zellen sind nicht alle gleich, sondern unterscheiden sich hinsichtlich Funktion und Aussehen voneinander. So hat z.B. eine Knorpelzelle (siehe Abbildung unten links) andere Aufgaben als eine Nervenzelle (siehe Abbildung unten rechts) und besitzt somit auch eine andere Struktur.

Trotz äußerlicher und funktionaler Unterschiede der Zellen bestehen viele Gemeinsamkeiten. Werden Zellen unter einem Mikroskop betrachtet, so finden sich in ihnen bestimmte Strukturen, die in jeder Zelle enthalten sind. Beispielsweise besitzt jede Zelle eine Zellmembran, ein Zellkern (in diesem sind Gene in Form der DNS enthalten), Mitochondrien (auch als Kraftwerk der Zelle bekannt), Ribosomen (Produktionsort von Eiweissen) sowie andere funktionelle Einheiten (sog. Organelle).

Die Zellen sind nicht in der Lage unbegrenzt zu leben, wobei die Lebensdauer einer Zelle von ihren Aufgaben abhängt. Zum Beispiel leben weiße Blutkörperchen nur wenige Tage, während die Lebensdauer von Leberzellen mehrere Monate beträgt. In den meisten Geweben werden abgestorbene Zellen durch Neue ersetzt. Dies geschieht durch die Zellteilung, die sogenannte Mitose. Aus jeder Zellteilung gehen zwei neue Zellen hervor, die genau die gleichen Erbinformationen besitzen, wie die Ursprungszelle.

Nervenzellen bilden jedoch eine Ausnahme. Zum Zeitpunkt unserer Geburt ist die Anzahl dieser Zellen festgelegt.

Andere Zellen wiederum haben sich so stark spezialisiert, dass sie ohne ein äußeres Signal, z.B. eine Wunde oder einen Knochenbruch, nicht mehr in der Lage sind, sich zu teilen. Diese Zellen befinden sich in der Ruhephase des Zellzyklus, nehmen jedoch aktiv ihre Aufgaben im Gewebe wahr.

Bevor sich Zellen teilen können, stoppen sie ihre eigentliche Funktion und durchlaufen verschiedene Phasen zur Vorbereitung. Diese beinhaltet u.a. die Verdopplung des Zellkerns, die Vergrößerung der Zelle und die Verdopplung der Anzahl der Organellen. Zum Schluss teilt sich die Zelle in zwei Tochterzellen.

Der Zellzyklus unterliegt einer sehr stark kontrollierten Regulation. Tritt hier ein Fehler auf, so kommt es zu einer Störung des Systems. Teilt sich diese Zelle unkontrolliert weiter, so kann dies die Grundlage der Krebsentstehung bilden.

Das Immunsystem hat viele verschiedene Mechanismen entwickelt, um Krankheitserreger oder andere Partikel, die dem Körper schaden könnten, zu beseitigen. Jede Körperzelle hat bestimmte Merkmale auf ihrer Oberfläche, die vom Immunsystem als "körpereigen" erkannt werden. Diese Zellen werden nicht vom Immunsystem angegriffen.

Krebszellen tragen - wie auch gesunde Zellen - viele dieser Oberflächenmerkmale und werden daher zumeist ebenfalls als körpereigene Zellen identifiziert. Für das Immunsystem ist es somit sehr schwierig zwischen einer Krebszelle und einer gesunden Zelle zu unterscheiden. Anders gesagt, für das Immunsystem gleichen Tumorzellen rein äußerlich meist den normalen Zellen. Die gesteigerte Zellteilungsrate kann das Immunsystem nicht erkennen.